Programmwechsel Poster

«Programmwechsel»

Jahr 2022
Autor:in Jmaana, Lydia, Tamara
Regie Bettina Schneider Weder
Ort Niderenturnhalle, Trogen

Prolog

Wir schreiben das Jahr 1967. Noch ist es ruhig morgens in Diensdorf-Radeloh. Heike Schneider sitzt bei einem Kaffee in ihrem Laden. Sie ist meist allein um diese Zeit. Ideal um die Buchhaltung des Haushaltes zu meistern. Vor ihr türmen sich die Lieferscheine und Quittungen. Nur das Tippen in das Rechengerät ist in Schneiders Allerlei zu hören. Heike seufzt. Bereits seit vier Monaten sitzt ihr Ehemann in Haft und noch weitere Monate werden verstreichen, bis er wieder die Finanzen und den Laden meistern kann.

Von Sorgen zerrüttet steht Heike auf und läuft hinter den Tresen, um sich Kaffee aufzufüllen. Sie stellt den Fernseher an, um sich ein wenig Gesellschaft in den frühen Stunden zu leisten. Ein Mann in Anzug und Krawatte berichtet eindringlich in Grautönen aus dem Westbezirk von Berlin. Wieder Tote und Familien, die zueinanderfinden möchten. Wie ätzend. Sie schaltet das Gerät wieder aus. Strom sparen, sagt sie sich. Ihr Blick fällt auf die vergilbten Tapeten an der Wand. Ein weiterer Seufzer. Wie soll sie sich in dieser gesamten Zeit nur über Wasser halten? Drei Töchter im Haus, ein gesamter Laden und langsam wird es knapp mit dem Geld.

Anke wird sie sicher bald unter die Haube bringen, keine Frage. Das Mädel ist perfekt in jeder Hinsicht und Elke … nun Elke ist noch jung. Aber in einem Jahr wird sie vielleicht auch Reif sein für einen stattlichen Ehemann. Aber die Älteste – Silke? Wie soll sie sich weiterhin um dieses Kind kümmern? Sie kann sie nicht immer im Lager verstecken. Bastelt sie doch den ganzen Tag an irgendwelchen Geräten herum, isst nur Grünes und Rotes getrennt, kann nicht unter die Leute und überhaupt schert sie sich nicht um die Welt draussen. Oje. Nun, ein Schritt nach dem anderen. Anke zuerst und dann die beiden Mädchen.

Die ersten Sonnenstrahlen streifen auf die Pelatidosen auf dem Tresen. Ah, Zeit, die Kundschaft herein zu lassen. Heike räumt die Finanzen weg, dreht das Schild auf „geöffnet“ und öffnet die Ladentür. Ein neuer Tag bricht an.

So beginnt die Geschichte von «Programmwechsel», dem neuen selbstgeschriebenen Stück des Theatervereins hoistock. Die Zuschauerinnen und Zuschauer tauchen diesmal in die DDR-Zeit im Jahr 1967 ein und erleben mit, wie Heike Schneider versucht ihre drei Töchter unter die Haube zu bringen.

Rückblick

Rückblick Programmwechsel

Das Programm hat gewechselt – und über 400 Leute waren mit dabei!

Auch in diesem Jahr sind an zwei Abenden zahlreiche Besucherinnen und Besucher dem Ruf des Theatervereins hoistock gefolgt und nach Trogen in die Niderenturnhalle gepilgert. Das von der Regisseurin Bettina Schneider Weder aus Stein inszenierte und von hoistock selbstgeschriebene Stück «Programmwechsel» wusste zu überzeugen. So wechselte z.B. im zweiten Akt mit der Erfindung des Farbfernsehens das gesamte Bühnenbild von schwarz-weiss auf farbig.

Das Ende der diesjährigen ist zugleich der Start der neuen Jubiläums-Produktion. Am 17. und 18. November 2023 werden wir bereits unser 10. Bühnenstück aufführen. Da bei hoistock das Drehbuch, Bühnenbild und auch die Technik selber hergestellt bzw. organisiert werden, dokumentieren wir bei der Jubiläumsproduktion den gesamten Entstehungsprozess über ein Jahr hinweg.

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